Eine Wärmepumpe ist ein Heizsystem, das Umweltwärme aus Luft, Erdreich oder Grundwasser aufnimmt und mit wenig Strom auf Heiztemperatur anhebt. In der Schweiz ist sie im Neubau längst Standard, weil sie ohne fossile Brennstoffe auskommt und aus einer Kilowattstunde Strom mehrere Kilowattstunden Heizwärme macht.
Das Grundprinzip kennt jeder aus dem Kühlschrank, nur eben umgekehrt: Ein Kältemittel verdampft schon bei niedrigen Temperaturen und nimmt dabei Umweltwärme auf. Ein Kompressor verdichtet dieses Gas, wodurch die Temperatur stark ansteigt, und diese Wärme gibt die Pumpe anschliessend ans Heizsystem ab. So wird aus einem Teil eingesetztem Strom ein Vielfaches an Heizwärme.
Wie funktioniert eine Wärmepumpe genau?
Der entscheidende Kennwert ist die Jahresarbeitszahl (JAZ): Sie gibt an, wie viel Heizwärme eine Anlage pro eingesetzter Kilowattstunde Strom liefert. Eine gut geplante Wärmepumpe erreicht eine JAZ von 3 bis 4, das heisst, aus einer Kilowattstunde Strom werden drei bis vier Kilowattstunden Wärme. Diese Effizienz erreichen Öl- und Gasheizungen technisch nicht.
Kombiniert mit einer eigenen Photovoltaikanlage wird daraus ein nahezu CO2-freies Heizsystem, das einen grossen Teil des Stroms selbst produziert.
Was kostet eine Wärmepumpe?
Wie viel eine Wärmepumpe kostet, hängt stark vom Typ ab: Luft-Wasser-Anlagen sind am günstigsten, Erdsonden-Anlagen am effizientesten, aber wegen der nötigen Bohrung teurer.
| Typ | Richtpreis inkl. Einbau | Besonderheit |
|---|---|---|
| Luft-Wasser | ca. 25’000-40’000 CHF | Einfache Nachrüstung, kein Erdeingriff |
| Erdsonde (Sole-Wasser) | ca. 40’000-60’000 CHF | Höchste Effizienz, Bohrung nötig |
| Grundwasser (Wasser-Wasser) | ca. 45’000-65’000 CHF | Sehr effizient, bewilligungspflichtig |
Bund und Kantone fördern den Ersatz fossiler Heizungen durch Wärmepumpen mit teils mehreren Tausend Franken: Das Gebäudeprogramm von Bund und Kantonen sowie zusätzliche kantonale Beiträge können die Investition spürbar senken.
Wann lohnt sich der Umstieg?
Laut Bundesamt für Energie (BFE) entfällt rund ein Viertel des schweizerischen Energieverbrauchs auf das Heizen von Gebäuden, ein grosser Teil davon läuft noch mit Öl und Gas. Beim Heizungstausch liegt deshalb ein wichtiger Hebel für die Reduktion der CO2-Emissionen im Gebäudebereich.
- Tiefe Betriebskosten: Dank hoher Effizienz sind die jährlichen Heizkosten meist niedriger als bei Öl oder Gas.
- Unabhängigkeit: Keine Brennstofflieferungen, kein Tank, planbare Kosten.
- Wertsteigerung: Ein fossilfreies Heizsystem macht die Immobilie zukunftssicher.
Worauf bei der Planung achten?
Eine Wärmepumpe arbeitet am effizientesten bei niedrigen Vorlauftemperaturen, also mit Fussbodenheizung oder grossflächigen Heizkörpern. In gut gedämmten Gebäuden spielt sie ihre Stärke voll aus, weshalb sich vor dem Heizungstausch oft ein Blick auf die Dämmung lohnt. Eine Fachperson prüft dabei meist auch, ob ein hydraulischer Abgleich der bestehenden Heizkörper sinnvoll ist, um die Effizienz zusätzlich zu steigern.
Häufige Fragen
Funktioniert eine Wärmepumpe auch im Winter?
Ja. Moderne Luft-Wasser-Wärmepumpen arbeiten auch bei zweistelligen Minustemperaturen zuverlässig. Bei sehr tiefen Temperaturen sinkt die Effizienz etwas, der Betrieb bleibt aber gesichert.
Ist eine Wärmepumpe im Altbau sinnvoll?
Oft ja, besonders nach einer Sanierung von Dämmung und Fenstern. Entscheidend ist, dass die nötige Vorlauftemperatur nicht zu hoch ist. Eine Fachperson prüft das im Einzelfall.
Wie laut ist eine Luft-Wärmepumpe?
Aktuelle Geräte sind leise und liegen im Betrieb meist im Bereich eines ruhigen Kühlschranks. Der richtige Aufstellort und der Abstand zu Nachbarn sind dennoch zu beachten.
Wie lange hält eine Wärmepumpe?
Die Lebensdauer beträgt in der Regel 15 bis 20 Jahre, einzelne Komponenten halten länger. Regelmässiger Service verlängert die Laufzeit zusätzlich.
Wärmepumpe und eigener Solarstrom: die beste Kombination
Wer den Betriebsstrom der Wärmepumpe teilweise selbst produziert, senkt die laufenden Kosten zusätzlich. Eine Photovoltaikanlage auf dem Dach deckt tagsüber einen Teil des Strombedarfs, besonders in der Übergangszeit, wenn die Heizlast noch moderat ist. Wer kein eigenes Dach zur Verfügung hat, kann mit einem Balkonkraftwerk zumindest einen kleinen Teil des Haushaltsstroms selbst erzeugen. Am Ende bleibt die Wärmepumpe die Technologie mit dem grössten Hebel beim Heizungstausch: Sie ersetzt den Öl- oder Gaskessel vollständig, senkt die Betriebskosten über die Jahre und lässt sich mit guter Dämmung sowie eigenem Solarstrom zu einem weitgehend fossilfreien Heizsystem kombinieren.

