Wie die Schweiz ihre CO2-Emissionen reduziert: Erfolgsmodelle und Innovationen

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Die Schweiz will ihre Treibhausgase spürbar senken und arbeitet dafür an mehreren Fronten gleichzeitig. Bewährte Instrumente und neue Ansätze greifen ineinander, um den CO2-Ausstoss des Landes Schritt für Schritt zu drücken. Anders als bei einer einzelnen grossen Massnahme setzt das Land auf viele kleinere Stellschrauben, die sich in ihrer Wirkung addieren: von der Heizung im Keller über das Auto in der Garage bis zur Mülltrennung in der Küche.

Kurz zusammengefasst: Die Schweiz reduziert ihre CO2-Emissionen über vier Hebel – mehr Energieeffizienz und erneuerbare Energien, nachhaltigen Verkehr mit Elektromobilität und ÖV-Ausbau, energieeffiziente Gebäude sowie eine Kreislaufwirtschaft mit konsequentem Recycling. Ziel ist Netto-Null bis 2050, wie es das Klimaschutzgesetz vorschreibt.

Ein zentraler Hebel ist die Förderung von Energieeffizienzmassnahmen zusammen mit dem Ausbau erneuerbarer Energien. Wo moderne Technik zum Einsatz kommt und Solar- oder Windkraft fossile Quellen ersetzt, sinkt der CO2-Ausstoss spürbar. Dazu zählen im Alltag ganz unterschiedliche Dinge – von besser gedämmten Wänden über sparsame Haushaltsgeräte bis zu Steuerungen, die Heizung und Beleuchtung automatisch an den tatsächlichen Bedarf anpassen.

Energieeffizienz und erneuerbare Energien
– Förderung von Energieeffizienzmassnahmen
– Ausbau erneuerbarer Energien

Auch der Verkehr gehört zu den grossen Hebeln: Mit Elektromobilität, einem dichteren öffentlichen Nahverkehrsnetz und besserer Veloinfrastruktur will die Schweiz den CO2-Ausstoss auf der Strasse senken. Weil der Verkehrssektor in der Schweiz traditionell zu den grösseren Quellen von CO2-Emissionen zählt, wirken sich Fortschritte in diesem Bereich besonders stark auf die Gesamtbilanz aus.

  • Förderung der Elektromobilität
  • Stärkung des öffentlichen Nahverkehrs
  • Fahrradfreundliche Infrastruktur

Im Gebäudebereich setzt die Schweiz auf strenge Energieeffizienzstandards und den verstärkten Einsatz erneuerbarer Energien, um den CO2-Ausstoss beim Heizen und Bauen zu senken. Neubauten und Sanierungen müssen definierte Anforderungen erfüllen, während Solar- und Geothermieanlagen fossile Heizsysteme zunehmend ablösen. Weil Gebäude über Jahrzehnte hinweg genutzt werden, wirken sich Entscheidungen beim Bau oder bei der Sanierung entsprechend lange auf den Energieverbrauch aus.

Beim Thema Abfall setzt das Land auf Kreislaufwirtschaft: Statt Rohstoffe nach einmaligem Gebrauch zu entsorgen, bleiben sie durch Recycling und Wiederverwertung möglichst lange im Umlauf – ein Prinzip, das Ressourcen schont und gleichzeitig CO2-Emissionen aus Produktion und Entsorgung reduziert. Das betrifft nicht nur Verpackungen, sondern auch Baumaterialien, Elektrogeräte und Textilien, die alle Ressourcen und Energie in ihrer Herstellung gebunden haben.

  • Recycling und Wiederverwertung
  • Emissionsreduktion durch Abfallvermeidung

Aus dem Zusammenspiel dieser vier Bereiche ergibt sich die Schweizer Klimastrategie: Energie, Verkehr, Gebäude und Abfall werden nicht isoliert betrachtet, sondern greifen bei den einzelnen Massnahmen ineinander. Die folgenden Abschnitte zeigen, wie das im Detail funktioniert.

Energieeffizienz und erneuerbare Energien

Wie stark die Schweiz ihre CO2-Emissionen senken kann, hängt massgeblich von zwei Faktoren ab: wie effizient Energie genutzt wird und wie schnell erneuerbare Quellen fossile Energieträger ersetzen. Beide Grössen hängen eng zusammen: Ein tieferer Energiebedarf lässt sich leichter vollständig mit erneuerbaren Quellen decken als ein hoher.

Bei der Energieeffizienz verfolgt die Schweiz mehrere Massnahmen parallel: Gebäude werden energieeffizienter gebaut und saniert, im Handel setzen sich sparsame Geräte durch, und Kampagnen sensibilisieren die Bevölkerung für einen bewussten Umgang mit Strom und Wärme. Sinkt dadurch der Energieverbrauch insgesamt, folgt der CO2-Ausstoss meist automatisch nach unten. Ein einfaches Beispiel ist der Austausch alter Glühbirnen gegen LED-Leuchten, der den Stromverbrauch für Beleuchtung spürbar senkt, ohne dass am Gebäude selbst etwas verändert werden muss.

Parallel dazu fliesst viel Kapital in den Ausbau erneuerbarer Energien: Solar- und Windenergieanlagen, aber auch Biomasse und Wasserkraft gewinnen an Bedeutung. Je mehr Strom und Wärme aus diesen Quellen stammen, desto weniger fossile Brennstoffe muss die Schweiz importieren und verbrennen. Wasserkraft liefert dabei traditionell die grösste Menge an einheimischem Strom, während Solar- und Windenergie zunehmend an Bedeutung gewinnen. Wie der Umstieg auf eine nachhaltige Energieversorgung insgesamt gelingen kann, zeigt der Beitrag Erneuerbare Energien.

Energieeffizienzmassnahmen Erneuerbare Energien
– Förderung von energieeffizienten Gebäuden – Ausbau von Solar- und Windenergieanlagen
– Nutzung energieeffizienter Geräte – Förderung von Biomasse und Wasserkraft
– Sensibilisierung der Bevölkerung für bewussten Energieverbrauch – Reduzierung des Bedarfs an fossilen Brennstoffen

Wo Effizienzmassnahmen und der Ausbau erneuerbarer Energien zusammenwirken, sinkt der Energiebedarf gleich doppelt – einmal durch geringeren Verbrauch, einmal durch eine sauberere Erzeugung.

Nachhaltiger Verkehr

Im Verkehrssektor verfolgt die Schweiz das Ziel, den CO2-Ausstoss über drei parallele Schienen zu senken: mehr Elektromobilität, ein stärkeres ÖV-Netz und bessere Bedingungen für den Veloverkehr. Für viele Haushalte ist das eigene Auto dabei nach wie vor die bequemste Option – umso wichtiger ist es, Alternativen so attraktiv zu gestalten, dass der Umstieg nicht als Verzicht empfunden wird.

Bei der Elektromobilität geht es vor allem um Infrastruktur: Wo genügend Ladestationen vorhanden sind, sinkt die Hemmschwelle für den Kauf eines Elektroautos. Ergänzend wirken finanzielle Anreize, die den Umstieg auf emissionsfreie Fahrzeuge günstiger machen. Wer täglich pendelt, profitiert besonders von einer Lademöglichkeit in der Nähe des Arbeitsplatzes oder zu Hause.

Beim öffentlichen Nahverkehr baut die Schweiz Bahn- und Busverbindungen kontinuierlich aus, um eine attraktive Alternative zum eigenen Auto zu bieten. Carsharing und Mitfahrgelegenheiten ergänzen dieses Angebot als weitere umweltfreundliche Mobilitätsformen. Gerade auf touristisch stark frequentierten Strecken zeigt sich, wie gut ein dichtes Bahnnetz den Umstieg vom Auto erleichtern kann.

Und beim Velo zählt vor allem die Sicherheit: Mehr Fahrradwege und sichere Abstellplätze sollen mehr Menschen dazu bewegen, kurze Strecken mit dem Velo statt mit dem Auto zurückzulegen. Besonders in Städten mit kurzen Wegen kann das Velo dabei oft schneller ans Ziel bringen als das Auto im Stau.

Förderung der Elektromobilität

Damit sich mehr Menschen für ein Elektroauto entscheiden, investiert die Schweiz erheblich in die Ladeinfrastruktur. Ein flächendeckendes Netz an Ladestationen nimmt Fahrerinnen und Fahrern die Sorge, unterwegs ohne Strom liegenzubleiben – ein Effekt, der oft unterschätzt wird, aber massgeblich über den Kaufentscheid mitentscheidet. Ergänzend dazu machen finanzielle Anreize den Umstieg auf ein emissionsfreies Fahrzeug günstiger. Neben öffentlichen Ladestationen gewinnen auch private Lademöglichkeiten an Bedeutung, etwa in Mehrfamilienhäusern mit eigener Tiefgarage.

Daneben gibt es weitere Initiativen: Vergünstigungen bei der Kfz-Steuer für Elektrofahrzeuge und die Förderung von Carsharing-Angeboten mit Elektroautos senken die Einstiegshürde zusätzlich. Wer sich nicht gleich ein eigenes Elektroauto anschaffen will, kann so trotzdem elektrisch unterwegs sein. So sinkt die Einstiegshürde nicht nur beim Kauf, sondern auch im laufenden Betrieb.

Vorteile der Elektromobilität:
  • Niedrigere Betriebskosten
  • Umweltfreundlicher
  • Leiser
  • Keine lokalen Emissionen

Stärkung des öffentlichen Nahverkehrs

Investitionen in Schiene und Strasse verbessern die Anbindung für Pendlerinnen und Reisende Schritt für Schritt. Je dichter das Netz, desto eher lohnt sich für viele der Verzicht auf das eigene Auto. Davon profitieren nicht nur Berufspendlerinnen und -pendler, sondern auch Freizeitreisende und der Tourismus.

Neue Bahnstrecken entstehen dort, wo bestehende Verbindungen an ihre Kapazitätsgrenzen stossen, während ausgebaute Strecken die Anbindung zwischen Städten und Regionen verbessern. Ergänzend sorgen ausgebaute Busverbindungen dafür, dass auch Gebiete ausserhalb der Bahnachsen versorgt bleiben. Auch Umsteigezeiten an Knotenbahnhöfen werden dabei laufend optimiert, damit Anschlüsse zuverlässig funktionieren.

Wichtig ist dabei auch die letzte Meile: Sichere Veloabstellplätze an Bahnhöfen und Bushaltestellen erleichtern die Kombination aus Velo und öffentlichem Verkehr und machen den Umstieg vom Auto insgesamt attraktiver. Wer sein Velo am Wohnort abstellt und am Zielbahnhof ein weiteres nutzt, kombiniert so zwei klimafreundliche Verkehrsmittel auf einer einzigen Reise.

So entsteht Stück für Stück ein Nahverkehrsnetz, das für immer mehr Strecken eine echte Alternative zum eigenen Auto bietet – nicht nur für Pendlerinnen und Pendler, sondern auch für Freizeitfahrten.

Fahrradfreundliche Infrastruktur

Wer sich im Alltag sicher fühlt, steigt eher aufs Velo um – deshalb baut die Schweiz Fahrradwege und Abstellmöglichkeiten kontinuierlich aus. Für Pendlerinnen und Freizeitradler wird die Strecke dadurch nicht nur wirkend kürzer, sondern tatsächlich sicherer. Neben dem CO2-Effekt profitiert davon auch die Gesundheit, weil mehr Bewegung im Alltag stattfindet. Gerade auf kurzen Alltagsstrecken bis etwa fünf Kilometern kann das Velo eine echte Alternative zum Auto sein, ohne dass viel Zeit verloren geht.

In Städten und Gemeinden werden Velowege deshalb laufend ausgebaut und verbessert, ergänzt um sichere Abstellplätze, die Diebstahl und Vandalismus vorbeugen. Erst dieses Vertrauen in die Infrastruktur macht das Velo für viele zur ernsthaften Alternative zum Auto. Auch die Verbindung zwischen Velowegen und dem übrigen Strassennetz spielt eine Rolle, damit Radfahrende nicht ständig zwischen sicheren und unsicheren Abschnitten wechseln müssen.

Vorteile einer fahrradfreundlichen Infrastruktur:
  • Reduzierung von CO2-Emissionen
  • Förderung eines gesunden und aktiven Lebensstils
  • Entlastung des Strassenverkehrs
  • Verringerung von Staus und Verkehrsbelastung
  • Verbesserung der Luftqualität
  • Reduzierung von Lärmemissionen

Jeder ausgebaute Veloweg ist damit auch ein kleiner Baustein einer Verkehrspolitik, die langfristig von der Abhängigkeit vom Auto wegführen soll.

Nachhaltige Gebäude

Auch Gebäude verursachen CO2 – beim Heizen, beim Bauen und bei der Sanierung. Die Schweiz begegnet dem mit zwei Instrumenten: strengen Effizienzstandards und dem verstärkten Einsatz erneuerbarer Energien. Ein grosser Teil des Schweizer Gebäudebestands stammt aus einer Zeit, in der Energieeffizienz beim Bauen kaum eine Rolle spielte – entsprechend gross ist das Sanierungspotenzial.

Neubauten und grössere Sanierungen müssen definierte Energieeffizienzstandards erfüllen. Wärmedämmung, effiziente Heiz- und Kühlsysteme sowie sparsame Beleuchtung senken dabei den Energiebedarf eines Gebäudes oft deutlich – teilweise bevor überhaupt eine erneuerbare Energiequelle zum Einsatz kommt. Bei Sanierungen zeigt sich oft, dass schon die Gebäudehülle allein – also Dach, Fassade und Fenster – einen grossen Teil der möglichen Einsparung ausmacht.

Ergänzend kommen erneuerbare Energien zum Zug: Solaranlagen liefern Strom und Warmwasser, Wärmepumpen nutzen Geothermie zum Heizen und Kühlen. Eine Wärmepumpe arbeitet dabei umso effizienter, je höher ihr COP-Wert liegt – das Verhältnis von erzeugter Wärme zu eingesetztem Strom.

Effizienz und erneuerbare Energien wirken im Gebäudebereich also zusammen statt gegeneinander: Ein gut gedämmtes Haus mit Wärmepumpe braucht insgesamt deutlich weniger fossile Energie als ein unsaniertes Gebäude mit alter Ölheizung.

Energieeffizienzstandards für Gebäude

Damit neue und sanierte Gebäude tatsächlich wenig Energie verbrauchen, schreibt die Schweiz konkrete Standards vor, statt sich auf Freiwilligkeit zu verlassen. Diese Verbindlichkeit unterscheidet den Schweizer Ansatz von Modellen, die allein auf freiwillige Selbstverpflichtungen setzen.

Berücksichtigt werden dabei mehrere Aspekte gleichzeitig: die Isolierung der Gebäudehülle, die Beleuchtung, die Heiz- und Kühlsysteme sowie der Anteil erneuerbarer Energien. Erst wenn all diese Punkte zusammenspielen, gilt ein Gebäude als energieeffizient zertifiziert.

Kontrolliert wird die Einhaltung über Inspektionen und Zertifizierungen. Ein Energieeffizienzlabel macht den Energieverbrauch eines Gebäudes für Käuferinnen und Mieter auf einen Blick sichtbar – und hilft dabei, Wohnungen mit tieferen Energiekosten zu erkennen. Für Eigentümerinnen und Eigentümer kann ein solches Label ausserdem den Wiederverkaufswert einer Liegenschaft positiv beeinflussen.

Nutzung erneuerbarer Energien in Gebäuden

Bei der Wärme- und Stromversorgung von Gebäuden setzt die Schweiz vor allem auf zwei Technologien: Solaranlagen und Geothermie.

Finanzielle Anreize und Förderprogramme senken die Investitionskosten für Solarmodule und Geothermieanlagen, während technische Standards und Richtlinien den Einbau erleichtern und vereinheitlichen. Wer eine Sanierung ohnehin plant, kann Effizienzmassnahmen und den Einbau erneuerbarer Energien meist kombinieren und dadurch Kosten sparen.

Photovoltaik-Anlagen wandeln Sonnenlicht in Strom um, mit dem sich das Gebäude direkt versorgen lässt. Wie viel Strom eine Anlage maximal liefert, gibt ihre Leistung in Kilowatt-Peak (kWp) an – dem Ertrag unter genormten Testbedingungen. Überschüssige Energie, die gerade nicht gebraucht wird, fliesst ins öffentliche Stromnetz und ersetzt dort Strom aus fossilen Quellen.

Bei der Geothermie übernehmen Wärmepumpen die eigentliche Arbeit: Sie entziehen dem Erdreich Wärme und geben sie ans Gebäude ab – im Sommer funktioniert das Prinzip auch umgekehrt zur Kühlung. Fossile Brennstoffe braucht dieses System nicht. Im Winter, wenn der Wärmebedarf am höchsten ist, arbeitet eine Erdwärmepumpe oft zuverlässiger als eine Luft-Wasser-Wärmepumpe, weil die Erdtemperatur über das Jahr stabiler bleibt.

Forschung und Entwicklung sollen diese Technologien in den kommenden Jahren noch effizienter und günstiger machen – ein Grund, warum sich der Anteil von Solar- und Geothermieanlagen an Schweizer Gebäuden laufend verändert.

Kreislaufwirtschaft und Abfallmanagement

Kreislaufwirtschaft bedeutet, Produkte und Materialien möglichst lange im Umlauf zu halten, statt sie nach einmaligem Gebrauch zu entsorgen – durch Wiederverwendung, Recycling oder energetische Verwertung. Genau darauf setzt die Schweiz auch bei ihrem Abfallmanagement, weil weniger Neuproduktion automatisch weniger CO2-Emissionen bedeutet. Ein etabliertes Recycling- und Wiederverwertungssystem reduziert den Abfallberg und schont Ressourcen, wobei die Bevölkerung durch getrennte Sammelstellen aktiv eingebunden wird. Wer Abfälle sorgfältig trennt, macht das System erst wirksam. Anreize zur Wiederverwendung von Produkten ergänzen das Recycling, und zusätzlich setzt die Schweiz auf Vermeidung: Mehrwegverpackungen statt Einweg, weniger Plastik im Umlauf. Beide Ansätze zusammen – vermeiden, was geht, und verwerten, was übrig bleibt – schützen nicht nur das Klima, sondern auch Böden und Gewässer vor Vermüllung. Auch beim Bauen gewinnt dieser Gedanke an Bedeutung: Rückbaufähige Konstruktionen erlauben es, Materialien am Ende der Nutzungsdauer eines Gebäudes wieder herauszulösen, statt sie als Bauschutt zu entsorgen.

Recycling und Wiederverwertung

Kernstück des Schweizer Abfallmanagements ist ein gut ausgebautes Recycling- und Wiederverwertungssystem.

Damit das System funktioniert, braucht es vor allem eine Mitwirkung, die im Alltag stattfindet: Wer Abfall zu Hause sorgfältig trennt und an den entsprechenden Sammelstellen entsorgt, sorgt dafür, dass wertvolle Ressourcen tatsächlich wiedergewonnen werden können. Besonders bei Verpackungen aus mehreren Materialien lohnt sich ein Blick auf die Herstellerangaben, da nicht jede Kombination gleich gut recycelbar ist.

Klare Vorschriften und separate Sammelstellen für Papier, Glas, Kunststoffe und Metalle machen die Trennung im Alltag einfach – und genau diese Trennung entscheidet später darüber, wie effizient sich die Materialien tatsächlich wiederverwerten lassen.

Innovative Verfahren gehen inzwischen über klassisches Sortieren hinaus und wandeln Abfallstoffe direkt in neue Rohstoffe um, was sowohl den Abfallberg schrumpfen lässt als auch begrenzte Ressourcen schont. Solche Verfahren gewinnen an Bedeutung, weil viele Rohstoffe langfristig knapper und damit teurer werden.

International gilt das Schweizer Recyclingsystem als vergleichsweise weit entwickelt, auch wenn es sich – wie jedes System – laufend weiterentwickeln muss, um mit neuen Materialien und Verpackungsformen Schritt zu halten.

Emissionsreduktion durch Abfallvermeidung

Noch wirksamer als gutes Recycling ist Abfall, der gar nicht erst entsteht. Mehrwegverpackungen sind dafür ein naheliegendes Beispiel: Jede Verpackung, die mehrfach im Umlauf bleibt, ersetzt mehrere Einwegverpackungen und spart damit sowohl Rohstoffe als auch die CO2-Emissionen, die bei deren Herstellung anfallen würden. Im Alltag lässt sich das oft schon mit einfachen Gewohnheiten umsetzen, etwa mit einer eigenen Tasche beim Einkauf oder einer wiederbefüllbaren Trinkflasche.

Einwegplastik steht dabei besonders im Fokus, weil er sich in der Natur nur extrem langsam abbaut und häufig in Gewässern landet. Pfandsysteme für Plastikflaschen und die Förderung biologisch abbaubarer Verpackungen sollen die Menge an Plastikabfall spürbar senken – mit dem Nebeneffekt, dass auch weniger CO2 bei Herstellung und Entsorgung anfällt.

Vorteile der Abfallvermeidung:
– Reduzierung von CO2-Emissionen
– Schonung von Ressourcen
– Verringerung des Bedarfs an Rohstoffen
– Vermeidung von Umweltverschmutzung durch Plastikabfälle

Abfallvermeidung ist damit kein Nebenschauplatz, sondern ein vierter Baustein neben Energieeffizienz, Verkehr und Gebäuden – vier Bereiche, die zusammengenommen den grössten Teil der Schweizer Klimastrategie ausmachen.

Zieht man ein Fazit über alle vier Bereiche, zeigt sich: Ohne eine Kombination aus weniger Verbrauch und saubererer Erzeugung lässt sich das Netto-Null-Ziel 2050 kaum erreichen. Genau deshalb verzahnt die Schweiz Energieeffizienzmassnahmen mit dem Ausbau erneuerbarer Energien, statt auf eine einzelne Massnahme zu setzen.

Im Gebäudebereich zeigt sich dieses Prinzip besonders deutlich: Verbindliche Standards für Neubauten und Sanierungen senken den Verbrauch, während Solar- und Geothermieanlagen den verbleibenden Bedarf zunehmend CO2-arm decken.

Auch bei der Stromerzeugung selbst wächst der Anteil erneuerbarer Quellen: Wind- und Solarenergieanlagen sollen den Anteil an CO2-armem Strom im Netz kontinuierlich erhöhen und damit langfristig zur Zielerreichung beitragen.

Häufig gestellte Fragen

  • Wie reduziert die Schweiz ihre CO2-Emissionen?

    Über vier Hebel gleichzeitig: mehr Energieeffizienz und erneuerbare Energien, nachhaltigere Verkehrslösungen, strengere Gebäudestandards und ein funktionierendes Abfallmanagement mit Fokus auf Recycling und Vermeidung. Keine dieser Massnahmen wirkt dabei isoliert – erst das Zusammenspiel aller vier Bereiche macht den Unterschied.

  • Welche Rolle spielen erneuerbare Energien?

    Sie ersetzen fossile Energieträger direkt: Je mehr Strom und Wärme aus Solar-, Wind-, Wasserkraft- und Geothermieanlagen stammen, desto weniger Öl, Gas und Kohle braucht die Schweiz. Dieser Umbau der Stromversorgung ist ein langfristiger Prozess, der über viele Jahre läuft.

  • Wie fördert die Schweiz Elektromobilität?

    Vor allem über zwei Hebel: den Ausbau der Ladeinfrastruktur und finanzielle Anreize beim Kauf. Beides zusammen soll die Hemmschwelle für den Umstieg auf ein Elektroauto senken. Wer sich unsicher ist, kann sich vorab bei kantonalen Energieberatungsstellen informieren.

  • Was tut die Schweiz, um den öffentlichen Nahverkehr zu stärken?

    Sie baut Bahn- und Busverbindungen laufend aus und ergänzt sie um Angebote wie sichere Veloabstellplätze an Haltestellen, die den Umstieg vom Auto erleichtern sollen. Für viele Gemeinden ist ein gut ausgebauter öffentlicher Verkehr zudem ein wichtiger Standortfaktor.

  • Wie wird die Nutzung erneuerbarer Energien in Gebäuden gefördert?

    Über finanzielle Förderprogramme für Solar- und Geothermieanlagen sowie technische Standards, die den Einbau erleichtern und vereinheitlichen. Wer eine neue Heizung plant, sollte deshalb frühzeitig prüfen, welche erneuerbaren Optionen am Standort überhaupt infrage kommen.

  • Welche Massnahmen werden zur Abfallvermeidung ergriffen?

    Vor allem Mehrwegverpackungen statt Einweg und eine gezielte Reduktion von Einwegplastik, etwa durch Pfandsysteme. Beides senkt sowohl den Abfallberg als auch die damit verbundenen CO2-Emissionen. Am wirksamsten ist dabei die Kombination aus weniger Verpackung und besserer Trennung der unvermeidbaren Reste. Interessant sind in diesem Kontext auch Die Klimakrise in den Alpen und Klimaforschung in der Schweiz.

Den politischen Rahmen dazu liefert das CO2-Gesetz der Schweiz, hier einfach erklaert.

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